Tipps und Links

Das Angebot an Büchern, Tutorials und Software im Bereich der Bildbearbeitung ist inzwischen unüberschaubar geworden und gleichzeitig derart schnell wieder „veraltet“, dass es, zumindest mir, nicht leicht fällt, die Spreu vom Weizen zu trennen und das wirklich Brauchbare herauszufiltern. Obwohl allgemein gültige Ratschläge in diesem Bereich schwierig sind, möchte ich trotzdem mit Ihnen teilen, was mir persönlich auf meinem Weg sehr geholfen hat. Rückblickend sind es nur wenige Bücher, Tutorials und Programme, die sich so bewährt haben, dass sie heute noch meine Arbeitsabläufe bestimmen und nicht mangels Alternativen immer noch nicht wegzudenken sind. Einige, damals sehr wertvolle Titel hingegen, sind heute leider kaum noch zu empfehlen, weil sie sich auf überholte Soft- und Hardware beziehen. Diese Titel habe ich deshalb entfernt.

Noch ein Wort zu den neuen Programmen auf Basis künstlicher Intelligenz:
Künstliche Intelligenz kann m. E. eine erhebliche Erleichterung im digitalen Workflow bedeuten, weil sie Ergebnisse zustande bringt, die per Hand für die meisten Fotografen, die nicht im Hauptberuf Designer und Digitalkünstler sind, schlicht nicht zu erreichen sind. Dabei ist es besonders die Kombination aus der Intelligenz der Software und der Erfahrung des Fotografen, die dann zum einzigartigen Bild führen kann. Nicht jedes „AI“-Programm ist gleich hilfreich. eine Orientierungshilfe finden Sie weiter unten.

Bücher

  1. Peter Krogh: „Professionelle Bildverwaltung“. dpunkt.verlag
    Ein teilweise etwas sperrig zu lesendes, aber unglaublich hilfreiches Tutorial zur Erstellung einer konsistenten Backup- und Archivierungs-Strategie. Vielleicht das wichtigste Buch auf meinem bisherigen Weg, v. a. weil es kein Vergleichbares zu diesem wichtigen Thema gibt! Am besten, man liest es bevor man beginnt, seine Bildbestände zu archivieren.
  2. Bettina und Uwe Steinmüller: „Fine Art Printing für Fotografen: Hochwertige Fotodrucke mit Inkjet-Druckern“. dpunkt.verlag
    Tolle und kenntnisreiche Übersicht über den digitalen Workflow mit vielen praktischen Beispielen bis hin zum farbechten Print (besonders mit Epson-Fotodruckern). Inzwischen in der 5. Auflage. Für alle, die ihre Bilder selber ausdrucken und veredeln möchten, ist dieses Buch m. E. ein Muss. Ein Begleiter für viele Jahre, auch zum wiederholten Nachschlagen und sicher das zweitwichtigste Buch für mich.
  3. Dan Margulis: „Photoshop LAB Color – Das Geheimnis des Canyon und andere Abenteuer im mächtigsten Farbraum der Welt“. Addison-Wesley (dpi)
    Wieder ein Buch, welches neue Arbeitsweisen anbietet und damit den Blick weitet. Sicher eher eine spätere Anschaffung, wenn es um Farben geht und man sich für das Thema LAB interessiert.

Tutorials

  1. Andre Distel: „Pro Workflow und Bildbearbeitung in Lightroom“
  2. Andre Distel: „Vollständiger Guide zu Luminanzmasken 2“

Software

  1. Adobe Lightroom
    Egal, was die verschiedenen Anbieter anderer Software auch behaupten. Noch kein anderes Programm konnte mich nur annähernd (!) so überzeugen Lightroom in seinen mächtigen Fähigkeiten als Komplettpaket zur Bildverwaltung inkl. Verschlagwortung und Bildbearbeitung. Es ist clever und hat sich (auch für die meisten Fotografen, denen ich bis heute begegnet bin) bewährt, Lightroom zur Zentrale seiner Bildbearbeitung und Verwaltung zu verwenden.
  2. Adobe Photoshop
    Photoshop hat eine steile Lernkurve, aber es lohnt sich. Denn Photoshop ist mit Abstand das etablierteste aller Bildbearbeitungsprogramme, und wer sich vor 20 Jahren eingearbeitet hat, kann heute immer noch damit arbeiten. Was für ein ungeheurer (Zeit- und Energie-) Gewinn in diesen schnelllebigen Zeiten! Als Fotograf benötigt man zudem nur einen eingeschränkten Funktionsumfang dieses mächtigen Werkzeugs, meist in Verbindung mit denselben Plugins, die man bereits in Lightroom oder anderen Programmen verwendet. So lässt sich doch mit einem gewissen seriösen Grundeinsatz zu Beginn relativ rasch ein stabiler Workflow etablieren, der den meisten allgemeinen Anforderungen der Bildbearbeitung gerecht wird. Mit extrem viel Luft nach oben.
  3. Adobe Bridge
    Dieser nur selten explizit erwähnte und doch in jedem Adobe-Paket kostenlos enthaltene Bildbrowser ist seit über 20 Jahren mein bevorzugtes Tool zum ersten Sichten, Bewerten und Umbenennen meiner Bilder aus der Kamera. Der Hauptgrund: Wenn man Bilder simultan in RAW und JPG aufnimmt, erkennt Bridge später bei der Umbenennung die jeweils zugehörigen RAW- und JPG-Dateien im Ordner und vergibt beiden Dateien (desselben Bildes) denselben Dateinamen. Viele andere Tools sind dazu nicht in der Lage, sodass sich nach der Umbenennung die Dateinamen der RAW- und der JPG-Version desselben Bildes nicht nur in der Endung (.jpg bzw. .dng), sondern auch im Stamm unterscheiden. Für die Bildverwaltung ist dies aus meiner Sicht ein Nachteil.
  4. Nik Collection 3 by DXO
    Die Nik Collection ist seit ihrem Erscheinen vor vielen Jahren zu meinem festen Filter-Repertoire geworden. Ich verwende nur wenige aus der umfangreichen Sammlung, diese aber regelmässig. Das Plugin Silver Efex Pro ermöglicht fantastische Schwarz-weiss-Umsetzungen, die ihresgleichen suchen.
  5. Denoise AI (Topaz Labs)
    Das m. E. beste aktuelle Programm zum Entrauschen von Bildern. Die Bilder werden nicht nur entrauscht, sondern auch klarer und schärfer.
  6. Gigapixel AI (Topaz Labs)
    Das m. E. beste (und einzige) Programm, mit dem sich definitiv sehr grosse Bilder in guter bis hervorragender Qualität aus kleinen Dateien herstellen lassen.
  7. Photo Mechanic
    Ein sehr vielseitiger und v. a. schneller Bildbrowser zum Sichten, ersten Beurteilen, Bewerten und Umbenennen Ihrer Fotos. Sie können auch Stichwörter vergeben, an Adobe Lightroom kommt aber wie oben beschrieben in dieser Hinsicht nichts heran.